Lichtstrahl

Das wichtigste Kriterium einer guten Primärlampe ist natürlich der Lichtstrahl. Warum das so eine große Bedeutung hat, erfährst Du hier.

Jedes Leuchtmittel leuchtet, sei es HID oder LED, unkontrolliert wie eine Glühbirne in die Umgebung hinein. Die gesamte Lichtmenge, die in 360 Grad abgegeben wird, wird als Lumen bezeichnet. Dies nützt beim Tauchen wenig, weil wir das Licht in eine bestimmte Richtung lenken wollen. Es muss gebündelt, also fokussiert werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Licht zu bündeln. Die erste Möglichkeit ist, vor die Leuchtquelle eine Sammellinse zu setzen. Das Licht wird gebündelt und in die gleiche Richtung gelenkt. Es entsteht ein enger Spot. Diese Vorgehensweise hat nach derzeitigem Stand der Technik aber Nachteile. Zum einen geht durch die Verwendung einer Sammellinse relativ viel an Lichtleistung verloren. Zum anderen entsteht unter Wasser eine Art „Lichtschwert“.

Dieses sieht zwar sehr eindrucksvoll aus, hilft aber nur begrenzt weiter. Denn nur wenige Zentimeter neben dem Lichtstrahl herrscht – gerade in der Höhle oder im Wrack – Dunkelheit. Der Lichtstrahl ist also zu sehr fokussiert.

Bei der Verwendung eines Reflektors als Fokuseinrichtung ist dies nicht der Fall. Der Reflektor bündelt in der idealen Fokuseinstellung einen erheblichen Anteil des Lichts. Aber eben nicht alles. Ein gewisser Prozentanteil des Lichts geht als Streulicht in nicht idealer Fokussierung an die Umgebung. Es entsteht eine Art natürliche Nahausleuchtung: die Korona.

Mit dieser Korona wird automatisch der Bereich rechts und links von der Primärlampe gut ausgeleuchtet. Man sieht beim Tauchgang mehr um sich herum. Die Instrumente können auch ohne direktes Anleuchten gut abgelesen werden. Auch wird der vor einem tauchende Partner besser wahrgenommen. Ist die Korona aber zu hell, wird nur das Umfeld beleuchtet und der Spot fehlt. Dies ist wiederum nachteilig, da die Helligkeit im Spot über die Leuchtweite („light-throw“) entscheidet. Denn nur so kann auf weitere Distanzen unter Zuhilfenahme der Lampe mit dem Tauchpartner kommuniziert werden.

Die perfekte Kombination aus Spot und Korona macht also einen guten Lichtstrahl einer Tauchlampe aus. Wir haben sehr lange an der Entwicklung unseres patentierten Reflektors gesessen. Vorbild war hierbei die HID, die ein sehr gutes Verhältnis zwischen der Lichtstärke des engen Spots und der Korona hat. Der Reflektor und seine Abstrahlcharakteristik wurden komplett neu auf einer Hochleistungsrechenanlage entwickelt und berechnet.

Man „erkauft“ sich diesen Vorteil eines perfekten Lichtbildes von Spot und Korona aber durch einen größeren Umfang des Lampenschirms. Denn für eine leistungsfähige LED ist physikalisch auch eine gewisse Reflexionsfläche erforderlich, damit ein sauberes Lichtbild entsteht. Ein unsauberes Lichtbild erkennt man daran, dass selbst bei optimalen Fokus kein sauberer Spot und / oder keine großartige Lichtdifferenz zwischen Spot und Korona vorhanden ist.

Weiterhin ist die Helligkeit einer Primärlampe von entscheidender Bedeutung. Diese wird in Lux gemessen. Lux bedeutet nichts anderes als Lichtstärke pro Fläche, die sogenannte Punkthelligkeit. Diese beträgt bei der Thor ca. 70.000 lux, gemessen im Spot auf 1 m von der Led-Tube aus. Eine gute 21 W HID erreicht kurz nach Auslieferung ca. 30.000 lux, gemessen auf 1 m im Spot.

In der Vergangenheit wurde völlig zu Recht gegen eine zu helle Lampe eingewendet, dass sie blendet, wenn zu viel Sediment im Wasser ist. Denn dieses reflektiert das Licht und erzeugt einen Effekt, der dem Beleuchten einer Nebelwand gleicht.

Aber die Thor ist durch Druck auf den Piezo-Taster in 4 Stufen dimmbar, so dass sie jederzeit an die Tauchsituation angepasst werden kann. Sie kann sogar dunkler als eine HID geschaltet werden. Jegliche Blendwirkung wird dadurch vermieden. Und je klarer das Wasser, umso schöner ist es, eine möglichst helle Lampe zu haben.